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CSU-Umbruch
Geschrieben von Clarice   
Mittwoch, 1. Oktober 2008

ImageBeckstein tritt zurück

So mancher hat es sich wohl gewünscht: nach Erwin Huber gab nun auch Günther Beckstein seinen Rücktritt bekannt. Wohl nicht freiwillig, aber die 17% Stimmenverlust in Bayern wiegen schwer...

Nach mehr als 40 Jahren Alleinherrschaft musste die CSU ihre absolute Mehrheit aufgeben.
Möglicher Nachfolger als bayerischer Ministerpräsident und zugleich als Parteichef ist Horst Seehofer.

Auf jeden Fall ist Eile geboten: Bis zum 27. Oktober muss der neue Ministerpräsident in den Landtag gewählt werden und die Frage, wer Koalitionspartner werden soll, ist auch noch offen. Als am wahrscheinlichsten gilt die FDP, aber auch die freien Wähler bieten eine Option.

 

 
Der Tag des Friedhofs
Geschrieben von Clarice   
Sonntag, 21. September 2008

ImageJawohl, heute ist kein gewöhnlicher Sonntag!


Denn heute kämpfen die Friedhofschefs um neue Kunden, teils mit ungewöhnlichen Mitteln.
Viele Menschen lassen sich heute verbrennen und in kleinen und daher kostengünstigen Urnen beerdigen (in Großstädten bis zu 70%), andere verzichten sogar auf ein Grabmal und wollen anonym auf der Friedhofswiese bestattet werden (ca. 15%).
Und die teuer vermietbaren Gottesäcker bleiben leer. "Es hat sich leider eine gewisse Entsorgungsmentalität breit gemacht," kommentiert Andreas Mäsing, Vorstand des Vereins zur Förderung der deutschen Friedhofskultur (VFFK).

Was also tun, um die Attraktivität der Friedhöfe zu steigern?
Im Karlsruhe verkehrt neuerdings eine kleine Bimmelbahn über dem Friedhof, damit die Besucher nicht so weit laufen müssen. Heute, am Tag des Friedhofs, der zum Beispiel auch in Hamburg, Hannover und Bochum stattfindet, dürfen Gäste Sperrholzsärge mit Fingerfarben verzieren. "Eine wirklich tolle Aktion, nicht nur für Kinder," findet Matthäus Vogel, Leiter des örtlichen Friedhofs.
Zusätzlich werden Spiel, Spaß und reichlich Verpflegung geboten. Wem der Trubel auf dem Oktoberfest also zu groß ist: Es gibt Alternativen.

Aber auch außerhalb des heutigen Festtages werben die Friedhöfe mit bizarren Mitteln um Interessenten.
In Hamburg lassen sich im "Sarg-Discounter" Schnäppchen ergattern, man kann Literaturnachmittagen beiwohnen oder mal einen netten Busausflug mit anderen Sterbewilligen über das Friedhofsgelände genießen. Auch ist es nicht verboten, mal ein Picknick neben den Gräbern zu machen. Ein "Ort der Lebenden" soll es sein.
In Gelsenkirchen dürfen schon die Kleinsten Friedhofsluft schnuppern und erfahren, was "Asche zu Asche" bedeutet: Hier wurde ein "Erinnerungsgarten" angelegt, in dem Haustiere ihre letzte Ruhestätte finden sollen.
Aeternitas (die Ewigkeit), eine Verbraucherinitiative, lässt im Internet über Grabmale abstimmen. Top oder Flop heißt es da alle Tage wieder. Votet mit - eure Stimme zählt! Wie ließe sich sonst herausfinden, welcher Trend in Sachen Holzkreuze und Marmorsteine besticht?

Wer kennt es nicht, das Fontane-Gedicht "Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland", in dem es heißt: "Und die Jahre gehen wohl auf und ab,
Längst wölbt sich ein Birnbaum über dem Grab"
Ihr ahnt es schon: Lyrikfans können sich in Langenhagen unter einem Birnbaum begraben lassen. 
Aber keine vorschnelle Entscheidung treffen, schließlich könnt ihr zwischen zahlreichen Optionen wählen. Ihr sterbt schließlich nur einmal.
Wie wäre es also mit einem lauschigen Plätzchen auf dem Frauenfriedhof (echtes Sex and the City - Feeling!) oder dem todeslangen Wohnrecht in der Leichen-WG für Alleinstehende?
Für Fußballfans gibt es aber natürlich nur eins: Ein Begräbnis in Hamburg-Altona nahe es Stadions. 

Na denn, auf ein fröhliches Sterben - man kann nie früh genug anfangen zu planen!

 

 
Völlige Deanonymisierung des Internets
Geschrieben von Clarice   
Montag, 15. September 2008

Image Adieu, Privatsphäre

Die ITU (International Telecommunication Union), eine Agentur der UN, arbeitet derzeit an einer Technik, die sämtliche IPs zurückverfolgen können soll. Damit könnte sich kein User mehr anonym im Hintergrund bewegen und hätte nur noch sein Pseudonym oder seinen Nick als Schutz seiner Privatsphäre.


Die UN? Ja richtig... Dabei heißt es in Artikel 19 der Menschenrechte doch: "Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten." 

Sollte das System, das W-LAN so wie kabelgebundem Internet kompatibel sein soll, genutzt werden, würden wir wohl endgültig zum gläsernen Bürger werden: "Um Rückverfolgbarkeit sicherzustellen, sollen essentielle Informationen über den Erzeuger (von Datenpaketen, d. Verf.) mitgeloggt werden." 

Kritische Stimmen erklingen viele, so zum Beispiel die Jacob Applebaums, der Erfinder des Anonymisierungsdienstes TOR: "Dieses Monster kann und darf das Licht des Internets niemals zu sehen bekommen. Wenn ein solches System eingesetzt wird, würde es von genau den Leuten missbraucht, die es aufspüren soll. Kein Blackhat würde damit je gefasst werden."
 
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