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Neues Gesetz zur Patientenverfügung
Geschrieben von Clarice   
Freitag, 19. Juni 2009

ImageDeutliche Mehrheit der Bundestagsabgeordneten stimmt für neues Gesetz zur Patientenverfügung


Für viele Menschen ist die Vorstellung, hirntot am Leben gehalten zu werden oder als Alzheimerpatient Medikamente zu bekommen, die die Phase der absoluten Verwirrung verlängern, schwer erträglich. Aus diesem Grund haben bisher bereits neun Millionen Deutsche eine Patientenverfügung unterschrieben, in der sie regeln, wie sich die Angehörigen und Ärzte in bestimmten Fällen verhalten sollen.
Allerdings waren diese Verfügungen nicht völlig verbindlich, und wenn bei einem Alleinstehenden niemand auf die Einhaltung der Regelung gepocht hat, durften doch die behandelnden Ärzte entscheiden.

Nach jahrelangen Debatten wurde nun beschlossen, dass der Wille des Patienten immer gültig ist - außer, der konkrete Krankheitsfall wurde nicht abgedeckt, dann muss ein Vormundschaftsgericht oder ein Betreuer die Entscheidung treffen.

Kritisiert wird, dass der Patient auch bei nicht unbedingt tödlich verlaufenden Krankheiten festlegen kann, ob ihm noch geholfen werden soll. Nun ist es oft so, dass man sich als Nichtbetroffener nicht vorstellen kann, wie es wäre, mit einer bestimmten Krankheit oder Behinderung zu leben - auch wenn man vorher gesagt hat, man würde sich im Falle des Falles lieber das Leben nehmen, kann sich die Meinung radikal ändern, sobald man betroffen ist. Deshalb sehen Gegner des Gesetzes die Regelungen als potentielle passive Sterbehilfe.


Es wird empfohlen, eine Patientenverfügung immer nur zusammen mit einem Arzt zu erstellen und nach einiger Zeit zu überprüfen, weil sich die medizinischen Möglichkeiten sowie die eigene Sicht verändern können. Eine solche Verfügung darf man ab 18 Jahren erstellen.

 

 

 
Sprechende Tiere
Geschrieben von Clarice   
Freitag, 29. Mai 2009

ImageWerden Tiere durch Genmanipulation eines Tages sprechen können? 


Forscher am Max-Planck-Institut haben in einer Testreihe Mäusen das menschliche Sprachgen "foxp2" eingepflanzt und erstaunliche Veränderungen in Gehirn feststellen können: Schaltkreise, die beim Menschen als sehr wichtig für die Sprachentwicklung gelten, waren modifiziert - und die Mäuse fiepten in einer tieferen Frequenz.

Bei Patienten mit Sprachstörungen wurden oft Mutationen des Gens "foxp2" festgestellt, weswegen vermutet wird, dass es bei Erwerb und Gebrauch der Sprache eine unverzichtbare Rolle spielt.
Es ist nicht nur im Genom der Menschen zu finden, sondern auch bei Affen und Nagetieren. Vor 100 Millionen Jahren trennten sich die Entwicklungslinien von Primaten und Nagetieren, vor sechs Millionen Jahren die von Menschen und Affen. Während dieser 100 Millionen Jahren veränderte sich das Gen nur einmal, während der letzten sechs Millionen Jahren auch nur an zwei weiteren einzelnen Stellen - es könnte also sein, dass genau diese zwei Punktmutationen für die Entwicklung der Sprache des Menschen entscheidend waren.

Zwar bezweifeln die Forscher, dass Schimpansen trotz guter anatomischer Voraussetzungen sprechen könnten, wenn man ihnen das veränderte Gen einpflanzen würde (was aus ethischen Gründen abgelehnt wird und zum jetzigen Zeitpunkt auch noch nicht möglich ist), da "foxp2" nur ein Baustein eines komplexen Systems ist, aber eventuell könnte die Fähigkeit, zum Sprechen wichtige Muskeln besser steuern zu können. Den Affen würde es an willentlicher Kontrolle mangeln.

 

 
Abwrackprämie
Geschrieben von Clarice   
Sonntag, 19. April 2009

Image Umstrittene Maßnahme zur Stärkung der Wirtschaft und zum Schutz der Umwelt

Hintergrundinformation:

Wer bis Dezember 2009 sein Altauto (mindestens neun Jahre) verschrotten lässt und ein Neues kauft, das mindestens "Euro 4" hat (eine Abgasnormklasse), erhält 2500€. Die Prämie ist ein Teil des Konjunkturpaketes II und betrug im Januar zunächst 1,5 Milliarden im Gesamtvolumen, bevor am 6. April beschlossen wurde, sie auf 5 Milliarden aufzustocken. Somit können etwa 200 Millionen Autokäufer von der Maßnahme profitieren. Zum einen ist sie dazu gedacht, die schwächelnde Autoindustrie zu stärken, zum anderen soll der Umwelt geholfen werden, indem abgassündige Fahrzeuge wortwörtlich aus dem Verkehr gezogen werden.

Da jedoch mehr Abgase bei der Herstellung eines Neuwagens produziert werden könnten, als das Altauto während seines möglichen Lebensabends in die Luft stoßen würde, ist der Nutzen für die Umwelt umstritten. Auch, dass neuere Modelle oft schwerer, mit Spielereien ausgestattet oder aus anderen Gründen benzinverbrauchsstärker sind, wird nicht beachtet - manchmal könnte das Altauto trotz schlechterer Abgasnorm umweltfreundlicher sein, da die Norm den CO2-Ausstoß und somit den Literverbrauch vernachlässigt.

Ob der deutschen Wirtschaft mit der Prämie wirklich unter die Arme gegriffen wird, ist ebenso fraglich: schließlich werden die meisten Autos exportiert; für Käufer im Ausland greift die Prämie aber nicht. Außerdem steigt die Nachfrage an ausländischen Modellen bei den Nutzern der Prämie, sodass deutsche Fertigungsstätten keinen Vorteil für sich beanspruchen können.

Eventuell werden sogar andere Branchen benachteiligt, da die 2500€ die Anschaffungskosten für einen Neuwagen natürlich nicht decken, sodass der Käufer sich gegen andere Geldausgaben entscheidet - oder sich womöglich sogar verschuldet.

Und - wie schon erwähnt - ist der nationale und sogar teilweise internationale (auch Altautos werden exportiert) Gebrauchtwagenmarkt eingebrochen; zusätzlich beschweren sich Reparaturwerkstätten, dass Aufträge seltener werden - schließlich benötigen neue Fahrzeuge kaum Ersatzteile.

 

 
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